#lt4u: Linktipps – Hamburg/ Singapur Weltkulturerbe, Forest 500, Hartmut Graßl, Klimawandel-Deklaration, HoliCOW

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Fünf mal Grün: turngreens Media-Mix kämpft sich durch das grüne Dickicht von interessanten Seiten, Podcasts und Links, kurz und knapp erläutert:

Jetzt Weltkulturerbe: Singapurs Botanischer Garten und Hamburgs Speicherstadt

Singapurs berühmter botanischer Garten ist am 5. Juli in die Liste des UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen worden. Ebenso in die Liste aufgenommen ist die Hamburger Speicherstadt mit Kontorhaus-Viertel. Vom 28. Juni bis 8. Juli tagt das Komitee des Weltkulturerbes in Bonn und entscheidet über die Aufnahme von Natur- und Kulturstätten.

> Die Weltkulturerbeliste

„Die zwischen 1885 bis 1927 erbaute „Stadt aus Speichern“ mit ihrem Verbindungsnetz aus Straßen, Kanälen und Brücken sowie die moderne Backsteinarchitektur der Bürohauskomplexe aus den 1920er bis 1940er Jahren habe einen außergewöhnlichen universellen Wert“, teilte das Komitee mit.

Ein Lehrgarten und Erholungsgebiet zum grünen Denken – so lässt sich der Botanische Garten in Singapur verstehen, der im Jahr 1822 angelegt worden ist – natürlich von einem Engländer in der Zeit der britischen Kronkolonie. Inzwischen hat der 74 Hektar große Park eine wissenschaftlichere Ausrichtung. Er beheimatet über 3.000 tropische Pflanzenarten, einen Regenwaldpark und einen riesigen Orchideengarten und zählt zu den schönsten und wissenschaftlich bedeutendsten botanischen Gärten der Welt. Er ist Singapurs erste Weltkulturerbestätte.

> Zum botanischen Garten

500 Regierungen, Firmen und Finanzinstitutionen –
und wie sie die Abholzung von Wäldern verhindern könnten

Auf der Seite Forest 500 finden interessierte Leser eine umfangreiche Liste mit 500 internationalen Akteuren, die sich in Schlüsselpostionen befinden, um die weltweite Abholzung aufzuhalten. Jeder Akteur ist nach Punkten gelistet. Den Machern der Seite, dem Think Tank Global Canopy Programme, geht es darum:

„Identifying, assessing and tracking the key players who can eliminate deforestation from global supply chains.“

Unter den „500“ befinden sich Banken wie Goldman Sachs oder die Deutsche Bank oder die Citigroup, aber auch Regierungen, wie die von Brasilien, Deutschland und den USA sowie administrative Institutionen wie die EU. Andere sogenannte Key Player sind z.B. die Entwicklungsbanken Afrikas und Asiens, die WTO aber auch viele unbekanntere Akteure und NGO. Zu jedem Eintrag gibt es viele Informationen zur Rolle und Einfluss; ideal auch zur Recherche.

> Zum Ranking

Podcast mit deutschem Klimaforscher

Das Deutschlandradio Kultur hat mit dem „dienstältesten Klimafoscher Deutschlands“ gesprochen: Hartmut Graßl. Wie die Natur sich durch den Klimawandel verändert, erforscht Graßl (75) seit vielen Jahren. Wodurch sich die Erderwärmung aufhalten lässt, wie es zukünftig in Deutschland um die erneuerbaren Energien steht und welche Folgen des Klimawandels er in den Alpen beobachtet hat – über all das spricht der Meterologe und Physiker mit Ulrike Timm.

Holicow – Design, Handwerk und Kunst von den Philippinen

Die philippinischen Initiative „HoliCOW“ ist ein interessantes Projekt, das kurz vorzustellen lohnt. HoliCOW (Holistic Coalition) ist ein Verbund von lokalen Manufakturen, Werkstätten und Handwerkskooperativen, die lokale Materialien nachhaltig nutzen, wie zum Beispiel Manilahanf oder Agsam (eine Farnart). Recyceltes Material wie Plastiktüten, Altpapier oder Reissäcke wird ebenfalls verwendet. Die Betriebe der Initiative fertigen in Handarbeit Möbel und Wohnaccesoires, welche die internationale Design-Konkurrenten nicht scheuen brauchen. Wenn auch die begleitetende Roadshow „CRAFT ACT“ in Deutschland Ende 2014 und Anfang 2015 bereits zusehen war und inzwischen abgeschlossen ist: Auf der Seite finden sich weitere Informationen zur Initiative, viele Fotos der Objekte und auch die Möglichkeit, die Möbel zu bestellen. Anschauen!

36 Nobelpreisträger fordern mit Mainau-Deklaration zum Klimaschutz auf

Es ist ein klares Zeichen im Kampf gegen den Klimawandel: 60 Jahre nach der „Mainau-Deklaration gegen die militärische Nutzung der Kernkraft“ wollen die Forscher mit der „Deklaration 2015 gegen den Klimawandel“ ein starkes Fundament für die Verhandlungen auf dem Pariser Klimagipfel im Dezember 2015 setzen. Es ist eine eindringliche Forderung: DIe Staaten müssen ihre Emissionen senken. Daran führt kein Weg vorbei. Brian Schmidt, australischer Astrophysiker, Nobelpreisträger und Sprecher der Deklaration sagte:

“With this declaration, we outline the scale of the threat of climate change, and we provide the best possible advice.”

Und weiter, so Schmidt, empfindet er als Wissenschaftler eine moralische Verpflichtung zu einem Thema mit solch dauerhaften Konsequenzen.“ In der Deklaration selbst heißt es: „Wenn wir dem nicht entgegensteuern, so wird die Erde schließlich nicht mehr in der Lage sein, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden und unsere ständig zunehmende Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie zu decken.“

> Die komplette Mainau-Deklaration in deutscher Übersetzung

Hinweis: Der ursprüngliche Artikel vom 4. Juli wurde aufgrund der Entscheidung des UNESCO Komitees zur Aufnahme der Hamburger Speicherstatt und Singapurs botanischem Garten in die Weltkulturerbeliste aktualisiert, erweitert und überarbeitet.

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About Author

Timo Klippstein

Interessiert sich für Stadtkultur und verfolgt den Wandel in der Arbeits- und Medienwelt. Schaut und spielt gerne Basketball. Arbeitet beim Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW in der Kommunikation.Schreibt bei Medium als @klippklar.

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