Urin-Strom: Blase geleert, Lampe leuchtet

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An der University of the West of England (UWE Bristol) steht eine ungewöhnliche Toilette: wer dort uriniert, erzeugt Strom. Das Projekt von Forschern der UWE Bristol und Oxfam soll der Idee nach zukünftig in Flüchtlingscamps eingesetzt werden. Dort ist die Stromversorgung meist schlecht und besonders für Frauen sind dunklen Orte gefährlich, können sie an diesen Stellen leicht Opfer von Angriffen werden.

Elektrizität aus Harnstoff

Möglich machen die besondere Toilette Mikroben. Diese leben von Urin und erzeugen dabei auch Energie. Das Team um Professor Ioannis Ieropoulos, Direktor des Bristol BioEnergy Centre, hat dazu eine mikrobielle Brennstoffzelle entwickelt. Diese nimmt einen Teil der biochemischen Energie auf, die sonst die Mikroben zum Wachsen verwenden. Die Brennstoffzelle wandelt diese Energie in Elektrizität um.

„Wir nennen es Urin-Strom“

Eine Zelle herzustellen kostet umgerechnet rund 1,4o Euro. Ieropoulos schätzt, dass eine ähnliche Toilette wie der Prototyp etwa 840 Euro kosten würde. Hinzu kommt die theoretisch unbegrenzte Haltbarkeit der Zellen, und dass die Versorgung mit Urin grundsätzlich ziemlich sicher ist. Das Ergebnis ist umweltfreundlich, da sich die Erzeugung des Stroms mit Urin ein Abfallprodukt zunutze macht und keine fossilen Brennstoffe benötigt. Professor Ioannis Ieropoulos sagt: „Wir nennen es Urin-Strom oder Pee Power.“

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Interessiert sich für Stadtkultur und verfolgt den Wandel in der Arbeits- und Medienwelt. Schaut und spielt gerne Basketball. Arbeitet beim Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW in der Kommunikation.Schreibt bei Medium als @klippklar.

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